Der 2te, 1te Eindruck…die Begegnung & das Kennenlernen…

Für mich ist die Begegnung, das Kennenlernen – ein ganz wichtiges Ereignis, sowohl in unserer Menschen Welt, als auch in der Tierwelt!

Im Grunde spielt sich immer das Gleiche ab und trotzdem ist es so unterschiedlich zwischen Menschen und Tieren, oder? Was denkst du?

Wenn wir uns mal fragen, was genau eigentlich so passiert bei Begegnungen und beim Kennenlernen, dann kommen wir unweigerlich bei so einigen Dingen vorbei. Meine Gedanken hierzu möchte ich an dieser Stelle gerne mit euch teilen:

….Wollen wir nicht alle immer oder meistens, einen guten Eindruck hinterlassen? Perfekt auftreten und von jedem gemocht oder zumindest anerkannt werden?

Pferdearbeit (M)it (H)erz - Manuela-Huber
Urspruenglichkeit-Herz-Freiheit-Manuela-Huber-Pferdearbeit (M)it (H)erz

Fast jeder würde diese Fragen wahrscheinlich mit „JA“ beantworten.

Warum ist das so?

 Was sind die Beweggründe dafür?

  • Und warum wollen wir das?
  • Wovor haben wir Angst?
  • …vielleicht, dass uns jemand nicht gut findet?
  • …oder, dass wir jemanden nicht gefallen oder man uns nicht mag?
  • …dass man das, was wir tun nicht gut genug ist…
  • …oder jemand das nicht gut findet?
  • …oder schlimmer, dass wir selbst nicht gut genug sind?

Kennen wir nicht alle schon von Kindesbeinen an, einige solcher berühmten Sätze wie zum Beispiel: „Das gehört sich nicht, was denken da bloß die anderen Leute!“  oder „Der erste Eindruck zählt!“  oder „Wenn du nicht ordentlich lernst, wirst du nie Geld verdienen und es wird nichts aus dir!“  oder „Du musst in den Geigenunterricht, du magst das ja so gerne und außerdem der Peter spielt doch nur Blockflöte und du willst doch besser sein als er!“ und Blablabla (ich denke die Liste kann man wohl endlos weiterführen)

Dieser Druck, etwas darstellen oder jemand sein zu müssen, der wir nun mal nicht sind, hemmt uns in ganz vielen Dingen die wir tun oder tun wollen. Dadurch werden wir antriebs- und bewegungslos, die Freude an vielen Dingen schwindet und der Druck lässt uns auch oftmals schier erstarren.

Diese Situation rührt sicher unter anderem zum Teil daher, dass unsere Gesellschaft sehr schnelllebig und oberflächlich geworden ist. Wohlstand, Reichtum und Ruhm zählen mehr denn je… und wenn du nichts hast, kannst du nichts herzeigen, dann bist du auch automatisch nichts, oder?

Ich sage – NEIN…

…denn Du bist Du…

…einfach perfekt, mit all Deinen Facetten, Ecken und Kanten…

…und warum sollte das bitteschön nicht genug sein?

Es ist genug!

Du bist gut – so wie Du bist!

Leider beschäftigen wir uns meistens eher damit – jemand zu sein, den Andere sehen wollen und den Erwartungen Anderer zu entsprechen. Hier haben wir durchaus oft ein klares Bild davon, wer man denn sein sollte!

Aber, ist nicht die viel wichtigere Frage – Wer DU bist?

Für mich ist diese Frage essentiell Wer bin ICH und was macht MICH aus!?

Das Schwierigste daran ist, genau dass herauszufinden!

In der heutigen Zeit, die so geprägt von den äußeren Einflüssen ist, verliert man hier schnell mal den Überblick. Man hat keine Zeit, um in sich hinein zu fühlen in sich zu hören, um die folgende Frage beantworten zu können:

Was glaube ich nur zu wollen – und was will ich wirklich?

Mit dieser Thematik beschäftige ich mich nun schon seit Jahren. Es fällt mir persönlich immer noch schwer, mir die Zeit zu nehmen, mich zu Sammeln, in mich zu gehen, zu fühlen und mir selbst zuzuhören.

Aber genau das Hinhören und Fühlen ist es, was notwendig ist um sich seiner selbst bewusst zu werden. Und darüber hinaus ist es essentiell in der Arbeit mit Deinem Pferd!

Was hat das nun genau mit der Begegnung, ob von Mensch zu Mensch oder mit Tieren / Pferden zu tun?

Ich denke… ALLES, denn bestimmt kennt jeder den berühmten Spruch –

„Der erste Eindruck zählt und man bekommt keine 2. Chance!“

Dieser Spruch schürt, wenn auch unterbewusst, unsere Unsicherheit und Angst, jemanden zu begegnen. Vor allen Dingen jemanden wirklich zu begegnen, offen zu sein und sich nicht zu verstellen. Praktisch nackt zu sein!

In unserer Menschen-Welt tun wir uns damit meist sehr, sehr schwer. Und oftmals ist es leider auch so, dass es leider stimmt. Der erste Eindruck ist für uns Menschen oft auschlaggebend für den weiteren Verlauf des Kennenlernens. Viel trauriger ist es aber, dass dieser erste Eindruck ganz oft nachhaltig bleibt und den Verlauf der Kommunikation oder den Aufbau jeglicher Beziehung beeinflusst oder sogar stoppt. Die wenigsten Menschen nehmen sich wirklich Zeit ein 2. Mal hinzusehen.

Deswegen sind wir oft verkrampft und angespannt in Begegnungen, nur weil wir uns zu viele Gedanken darüber machen – wie uns unser Gegenüber sieht, bzw. was wir denken, was er gerne sehen möchte usw.

Aber das alles ist nicht nötig, wenn Du selbst weißt, Wer Du bist und Dich selbst anerkennst!

Tiere, speziell Pferde können uns dabei helfen uns selbst zu sehen!

Denkst Du, dass es bei Tieren so ist und sie sich Gedanken machen welchen Eindruck sie wohl hinterlassen?

Für mich ist hier an dieser Stelle ein ganz klares „JA“ & „NEIN“!

Natürlich ist die Begegnung bei Pferden erstmal gleich – der erste Eindruck zählt.

Zum Beispiel, wenn ein Leithengst auf einen Konkurrenten trifft:

Klar werden sich Beide von ihrer besten Seite präsentieren und ihre Stärken hervorheben, um den jeweils Anderen zu beeindrucken. Der Leithengst, um seinen Platz zu verteidigen und seine Herde zu schützen. Der Konkurrent, um den Platz des Leithengstes einzunehmen, oder sich ein paar Stuten zu stehlen.

Und ja, es kann auch zum Kampf kommen, wo der natürlich der vermeintlich Stärkere gewinnt!

Aber ist dieser Eindruck, den die Beiden vermitteln denn auch „nachhaltig?“

Begegnung - Kennenlernen - Kontaktaufnahme - Kommunikation - Dialog
Begegnung – Kennenlernen – Kontaktaufnahme – Kommunikation – Dialog

Nur bedingt, denn im Gegensatz zu uns Menschen, leben die Pferde ausschließlich im „Hier und Jetzt“.

Zurück zu den beiden Hengsten – angenommen der Konkurrent, hatte sich bei seinem Versuch die Herde zu übernehmen vertreiben lassen…

Hat er deswegen aufgegeben? 

Ist er deswegen nun verunsichert und traut sich nicht mehr, sich seine eigene Herde zu holen und generell zweifelt er daran überhaupt ein Leithengst zu werden?

Und der Leithengst – denkt er denn er habe „absolut“ gewonnen?

Suhlt er sich in seinem Triumph und fühlt sich so überlegen, dass er unvorsichtig wird?

Nein – ein neuer Tag, ein neues Glück!

Begegnung - Kennenlernen - Kontaktaufnahme - Kommunikation - Dialog
Begegnung – Kennenlernen – Kontaktaufnahme – Kommunikation – Dialog

Der Konkurrent wird nicht aufgeben, er kommt und sucht die nächste Begegnung – und auch hier zählt wieder nur der Moment.

Er macht sich vorher keine Gedanken, was denn alles passieren könnte – wie zum Beispiel: Oh Mann, dass wird schwer, denn dieser Hengst:

  • er hat eine so große Herde,
  • er strotzt vor so viel Lebenserfahrung,
  • der macht den Job schon so lange,
  • ich hab überhaupt noch keine Erfahrung
  • ich hab noch keine Herde
  • kann ich denn überhaupt eine Herde führen
  • und außerdem hab ich beim letzten Mal schon gegen ihn verloren….

Nein, er geht hin, er nützt den Moment, er kennt sich selbst , er fühlt sich stark und er hat sein Ziel vor Augen!

Ebenso der Leithengst, er wird gewappnet sein und er wird seinen Gegner auf keinen Fall unterschätzen. Er hat keine Gedanken wie zum Beispiel  – diesen Jungspund schaff ich doch mit links! Nein er wird ihm auf Augenhöhe begegnen und einen fairen Kampf, genau in diesem Moment austragen.

Begegnung - Kennenlernen - Kontaktaufnahme - Kommunikation - Dialog
Begegnung – Kennenlernen – Kontaktaufnahme – Kommunikation – Dialog

Was heißt das nun im Umkehrschluss auf Dich und Dein Pferd?

Dein Pferd sieht Dich – genau so wie Du in diesem Moment bist. Dein Pferd interessiert es nicht, wer Du gestern warst, wer Du morgen bist, oder wer Du gerne sein möchtest!

Umso wichtiger ist es allerdings, dass Du Dich selbst kennst und weißt was Du willst. Denn nur wenn Du, Du selbst, authentisch und präsent bist, ist eine aufrichtige Begegnung, Kommunikation und ein Dialog überhaupt möglich.

Du kannst Deinem Pferd absolut nichts vorlügen und es täuschen – Du kannst natürlich so tun, als ob Du hier bist (körperlich bist Du das auch), aber Dein Pferd weiß ganz genau, dass Du es eben nicht bist, weil Du gedanklich grad noch im Büro oder schon dabei bist die Rezeptliste für Dein Abendessen durchzugehen. Oder Du Dir vielleicht unsicher bist, aufgrund Eurer bisherigen Erlebnisse.

Dein Pferd spiegelt Dich und deswegen ist es dann auch nicht voll und ganz bei Dir! (mehr zu dem Thema – Dein Pferd spiegelt Dich findest Du „hier“)

Wenn Du also Deinem Pferd schon öfter begegnet bist – und Du Deiner Meinung nach, keinen guten ersten Eindruck hinterlassen hast?

Oder vielleicht auch umgekehrt?

Ganz egal, dann nütze die Chance und ändere das doch einfach!

Pferdearbeit (M)it (H)erz - Manuela Huber
Zanny – mein Lieblingsurlaubsbetreuungspferd ;-)…

Das Schöne bei der Arbeit mit Pferden ist – Du hast jeden Tag eine Chance, Deinem Pferd neu zu begegnen !!!

Dein Pferd schenkt Dir den 2ten ersten Eindruck, wenn Du selbst auch offen dafür bist!

Mein Team und ich helfen Dir auch gerne dabei!

 

 „Der Weg zu Dir (selbst), ist der Schlüssel zu mir (dein Pferd)!“