von der Kommunikation – hin zum Dialog….

Ich spreche sehr oft von einem Dialog, auch spreche ich von Kommunikation. Für mich gibt hier grundlegende Unterschiede!

Diese Gedanken möchte ich gerne mit Euch teilen:

Es ist klar, dass sowohl zum Dialog, als auch zum Kommunizieren immer mehr als einer notwendig ist. Das heißt, wenn ich kommunizieren will brauch ich jemanden, ebenso wenn ich einen Dialog führen will.

Der Unterschied für mich besteht darin:

Um einen Dialog zu führen braucht man die Bereitschaft, das Interesse, den notwendigen Respekt und Offenheit. Der Dialog ist individuell, flexibel und wird von allen Beteiligten gesteuert.

Kommunizieren tut man permanent und stetig, man braucht dafür eigentlich gar nichts. Im Gegenteil, es ist eigentlich unmöglich nicht zu kommunizieren, wenn man das nicht will. Eigentlich geht das nur, wenn man ganz alleine ist.

Jetzt kann man natürlich sagen –

warum heißt es dann immer „Lerne mit deinem Pferd zu Kommunizieren“. Lerne die Sprache der Pferde usw…. Wieso das alles, wenn ich doch ohnehin permanent mit meinem Pferd kommuniziere? Dann müsste doch alle total einfach sein? Und warum hört man immer davon wie schwer es doch ist mit seinem Pferd in Kommunikation zu treten??

Ja – um diese Fragestellung mal ein wenig näher zu betrachten, muss man in die Welt der Kommunikation und ihre Grundsätze eintauchen! (In diese Thema, kann man natürlich unendlich weit einsteigen und diverse Arten der Kommunikation (Ein-/Zweiwegkommunikation usw.)betrachten. Ich möchte hier nur meine Gedanken mit euch teilen und Umrisse davon skizzieren!)

Die Kommunikation:

Kommunizieren kann man immer und macht man auch in jedem Augenblick, mit jedem den man trifft. Bewusst oder unbewusst, verbal oder nonverbal – alles ist Kommunikation. Stell dir einen Platz gefüllt mit Menschen vor – man braucht nicht mit jedem einzelnen zu sprechen, trotzdem nimmt man Dinge wahr. Man bewertet sie und handelt auch oft danach. Zum Beispiel nimmt man wahr, dass jemand gerade richtig verärgert ist – dann setzt man sich wahrscheinlich nicht genau auf diese Parkbank neben die Person, sondern geht zur nächsten.

Speziell im Umgang mit unserem Partner Pferd, muss man sich bewusst machen, dass alles, wirklich alles was man tut – Kommunikation ist. Jeder Handgriff, jede Bewegung, Mimik und Gestik. Das heißt im Grunde, sobald man in den Stall kommt, sein Pferd begrüßt, von der Koppel holt, ihm das Halfter anlegt, findet eine Kommunikation statt. Ich würde sogar noch weiter gehen und sagen, sobald ich in den Stall komme und mich mein Pferd sieht – ich aber vielleicht sogar noch damit beschäftigt bin mit einer/m Stallkollegin oder Kollegen zu sprechen – ist das bereits eine Form der Kommunikation. Mein Pferd hat Zeit mich zu beobachten und macht sich schon ein Bild davon, wer ich heute bin, wie es mir geht und wie ich drauf bin – zum Beispiel.

Durch die permanente Kommunikation hat man Vorteile, aber auch Nachteile. Vorteile sind – wenn man sich dessen bewusst ist, kann man gezielt kommunizieren. Sprich wenn man seinen Weg gefunden hat, man sich in dem was man tut sicher ist und wohlfühlt, ist man konsequent und präsent. Dadurch drückt man mich sehr klar aus, ist authentisch und es beugt Missverständnissen vor.

Ist man sich der permanenten Signale nicht bewusst, oder aber auch einfach unsicher in dem was man tut, drückt man sich meist nicht klar aus und gibt widersprüchliche Signale von sich. Dies wiederum führt dann oft zu Missverständnissen.

Der Dialog:

Um einen Dialog führen zu können, muss erstmal die Kommunikation stimmen. Das heißt ich muss mir meiner Handlungen und Signale bewusst sein und mir sicher sein, indem was ich tue. Um dies zu können, ist es notwendig zum Beispiel eine fremde Sprache zu lernen (Pferdesprache). Aber nicht nur die Sprache ist wichtig, auch die Kultur, Einstellung, das Bedürfnis desjenigen und das Interesse an der Person (dem Pferd) oder dem was er tut sind dafür notwendig.

Ein einfaches Beispiel – man ist in Urlaub und der Sprache dort nicht mächtig, dennoch kann man irgendwie kommunizieren um nach dem Weg zu fragen, oder? Man behilft sich mit Händen und Füßen, wenn das notwendig ist. Aber ebenso gut, kann man mit jemanden einen richtigen Dialog führen, obwohl man die Sprache nicht beherrscht. Es reicht das Interesse, die Neugier, der Enthusiasmus, die Motivation und die Begeisterung um sich zu verständigen. Man braucht aber unbedingt die Bereitschaft beider um hier den Dialog zu führen.

Meiner Meinung nach verhält es sich gleich bei unseren Pferden – es ist nicht unbedingt notwendig exakt die Sprache der Pferde zu lernen um einen Dialog zu führen. Pferde verstehen uns besser als wir oft denken. Würde man, sofern das überhaupt möglich ist, die Sprache der Pferde exakt beherrschen können – könnte man auf jeden Fall exakt kommunizieren.

Aber würde es auch zwangsläufig bedeuten, dass man einen Dialog führen kann? Die Voraussetzungen hätte (technisch, also sprachlich) hätte man dann ja… Aber meiner Meinung nach ist das noch nicht der Schlüssel zum Dialog – denn wie gesagt, der Dialog muss entstehen und dazu gehört eben viel mehr als nur die Sprache zu sprechen.

Mein Ziel ist es: 

die Kommunikationsfähigkeit so zu fördern und auszubauen, dass ein wertschätzender Dialog zu Stande kommen kann!